25.08.26
Hertz (Hz) einfach erklärt – Wie Heinrich Hertz der Frequenz seinen Namen gab
Was bedeutet eigentlich Hertz – und warum trägt die Maßeinheit der Frequenz den Namen eines deutschen Physikers? Dieser Beitrag erklärt verständlich, was Hz, kHz, MHz und GHz bedeuten, welche Entdeckungen Heinrich Hertz machte und wie seine Experimente mit elektromagnetischen Wellen die Grundlagen moderner Funktechnik mitprägten.
Inhaltsverzeichnis
- Was bedeutet Hertz eigentlich?
- Bevor es Hertz gab – wie Frequenzen früher angegeben wurden
- Heinrich Hertz – der Mensch hinter der Einheit
- Der entscheidende Durchbruch – elektromagnetische Wellen im Experiment
- Von Hertz zu Radio, Fernsehen und WLAN
- Wie Hertz zur internationalen Maßeinheit wurde
- Hz, kHz, MHz und GHz – was ist der Unterschied?
- Wo begegnet uns Hertz im Alltag?
- Was bedeutet Hertz bei einem Frequenzgenerator?
- Frequenz und Wellenlänge – nicht dasselbe
- Mythos oder Wahrheit? – Häufige Missverständnisse über Hertz und Frequenzen
- Fazit: Vom Namen eines Forschers zur Einheit unseres Alltags
1. Was bedeutet Hertz eigentlich?
Ob beim Radio, beim WLAN, bei Musik, auf einem Computerbildschirm oder bei einem Frequenzgenerator – die Bezeichnung Hertz, abgekürzt Hz, begegnet uns in vielen Bereichen des Alltags. Doch was genau beschreibt diese Einheit?
Hertz ist die Maßeinheit der Frequenz. Eine Frequenz gibt an, wie oft sich ein regelmäßig wiederkehrender Vorgang innerhalb einer bestimmten Zeit wiederholt. Bei der Einheit Hertz beträgt dieser Zeitraum genau eine Sekunde.
10 Hz entsprechen demnach zehn Wiederholungen pro Sekunde, 100 Hz entsprechend 100 Wiederholungen. Für größere Frequenzen werden Vorsätze wie Kilohertz (kHz), Megahertz (MHz) und Gigahertz (GHz) verwendet. Diese Größenordnungen betrachten wir in Kapitel 7 genauer.
Frequenz bedeutet Wiederholung
Der Begriff Frequenz beschränkt sich nicht auf elektromagnetische Wellen. Auch mechanische Schwingungen, Schall, elektrische Wechselgrößen und andere regelmäßig wiederkehrende Vorgänge können durch eine Frequenz beschrieben werden.
Wichtig zu wissen
Eine Angabe in Hertz beschreibt zunächst nur, wie häufig sich ein periodischer Vorgang pro Sekunde wiederholt. Sie sagt allein noch nicht, um welche Art von Schwingung, Welle oder Signal es sich handelt.
Warum heißt die Einheit „Hertz“?
Der Name der Einheit erinnert an den deutschen Physiker Heinrich Rudolf Hertz (1857–1894). Ihm gelang es im 19. Jahrhundert, elektromagnetische Wellen experimentell zu erzeugen und nachzuweisen und damit wesentliche Vorhersagen der elektromagnetischen Theorie zu bestätigen.
Die Bezeichnung Hertz wurde allerdings erst Jahrzehnte nach seinem Tod als Einheit für die Frequenz eingeführt. Wie Frequenzen zuvor bezeichnet wurden, wer Heinrich Hertz war und warum seine Experimente für die Entwicklung der Funktechnik so bedeutsam wurden, schauen wir uns in den folgenden Kapiteln genauer an.
2. Bevor es Hertz gab – wie Frequenzen früher angegeben wurden
Heute ist die Abkürzung Hz aus Wissenschaft und Technik kaum wegzudenken. Doch die Einheit Hertz wurde erst lange nach Beginn der Erforschung von Schwingungen und Wellen eingeführt. Zuvor waren andere Bezeichnungen gebräuchlich.
Besonders verbreitet war die Angabe cycles per second – also Zyklen beziehungsweise Schwingungen pro Sekunde. Dafür wurden unter anderem die Abkürzungen c/s oder cps verwendet.
Die ältere Bezeichnung war durchaus anschaulich: Sie sagte unmittelbar aus, wie viele vollständige Zyklen innerhalb einer Sekunde stattfinden. Mit der zunehmenden Internationalisierung von Wissenschaft, Elektrotechnik, Funktechnik und Messtechnik wuchs jedoch die Bedeutung einheitlicher Bezeichnungen und Standards.
Die Einheit erhält den Namen Hertz
In den 1930er-Jahren setzte sich schließlich der Name Hertz für die Frequenzeinheit international durch. Damit wurde der deutsche Physiker Heinrich Rudolf Hertz geehrt, dessen Experimente mit elektromagnetischen Wellen zu den wichtigen Meilensteinen der Physikgeschichte gehören.
Schon gewusst?
Heinrich Hertz selbst verwendete die nach ihm benannte Einheit noch nicht. Als Hertz 1894 starb, sollte es noch mehr als vier Jahrzehnte dauern, bis sein Familienname international zur Bezeichnung einer Frequenzeinheit wurde.
Wie aus dieser Bezeichnung schließlich die heute verwendete SI-Einheit Hertz (Hz) wurde, betrachten wir in Kapitel 6 genauer. Zunächst lohnt sich jedoch ein Blick auf den Menschen hinter dem Namen.
3. Heinrich Hertz – der Mensch hinter der Einheit
Sein Name begegnet uns heute auf Radios, Monitoren, Messgeräten und in nahezu jedem technischen Zusammenhang, in dem Frequenzen eine Rolle spielen. Doch Heinrich Rudolf Hertz selbst konnte nicht ahnen, wie selbstverständlich sein Familienname einmal zum wissenschaftlichen und technischen Alltag gehören würde.
Hertz gehörte zu den bedeutenden Physikern des 19. Jahrhunderts. Berühmt wurde er vor allem durch seine Experimente mit elektromagnetischen Wellen. Seine wissenschaftliche Laufbahn war bemerkenswert – und zugleich ungewöhnlich kurz.
Von Hamburg in die Wissenschaft
Heinrich Rudolf Hertz wurde am 22. Februar 1857 in Hamburg geboren. Schon früh zeigte er großes Interesse an Naturwissenschaften und Technik. Seine Ausbildung führte ihn zunächst auch in technische Fachrichtungen, bevor er sich schließlich ganz der Physik zuwandte.
Nach Studienaufenthalten unter anderem in Dresden und München wechselte Hertz nach Berlin. Dort studierte er bei dem renommierten Physiker Hermann von Helmholtz, der sein wissenschaftliches Talent erkannte und seine weitere Laufbahn maßgeblich beeinflusste.
1880 promovierte Hertz an der Berliner Universität. In den folgenden Jahren beschäftigte er sich mit verschiedenen physikalischen Fragestellungen und entwickelte sich zu einem außergewöhnlich präzisen Experimentalphysiker.
Karlsruhe und die entscheidenden Experimente
Nach wissenschaftlichen Stationen in Berlin und Kiel wurde Hertz 1885 Professor für Physik an der Technischen Hochschule Karlsruhe. Dort begann die Phase seiner Karriere, die seinen Namen dauerhaft in die Geschichte der Physik einschreiben sollte.
In den folgenden Jahren führte Hertz eine Reihe von Experimenten durch, mit denen er elektromagnetische Wellen erzeugen und nachweisen konnte. Damit bestätigte er auf experimentellem Weg wesentliche Vorhersagen, die der schottische Physiker James Clerk Maxwell zuvor theoretisch formuliert hatte.
Wichtig zu unterscheiden
Heinrich Hertz entdeckte nicht die elektromagnetische Theorie. James Clerk Maxwell hatte die theoretischen Grundlagen bereits zuvor entwickelt. Hertz gelang jedoch der entscheidende experimentelle Nachweis, dass sich elektromagnetische Wellen tatsächlich erzeugen, übertragen und wieder nachweisen lassen.
Diese Experimente waren von grundlegender Bedeutung für die weitere Erforschung elektromagnetischer Wellen. Spätere Wissenschaftler und Erfinder konnten auf diesen Erkenntnissen aufbauen und daraus neue technische Anwendungen entwickeln.
Die letzten Jahre in Bonn
1889 wechselte Hertz an die Universität Bonn, wo er seine wissenschaftliche Arbeit fortsetzte. Neben dem Elektromagnetismus beschäftigte er sich auch mit anderen grundlegenden Fragen der Physik.
Seine weitere Karriere wurde jedoch durch eine schwere Erkrankung überschattet. Heinrich Hertz starb am 1. Januar 1894 in Bonn – wenige Wochen vor seinem 37. Geburtstag. Er wurde nur 36 Jahre alt.
Ein außergewöhnlich kurzes Forscherleben
Zwischen seiner Promotion im Jahr 1880 und seinem Tod 1894 lagen gerade einmal 14 Jahre. Dennoch hinterließ Heinrich Hertz wissenschaftliche Arbeiten, deren Bedeutung weit über seine eigene Lebenszeit hinausreichte.
Warum Hertz' Experimente eine solche Bedeutung erlangten, lässt sich am besten verstehen, wenn wir uns ihren Aufbau etwas genauer ansehen. Im nächsten Kapitel beschäftigen wir uns deshalb mit der Frage, wie Heinrich Hertz elektromagnetische Wellen experimentell nachweisen konnte.
4. Der entscheidende Durchbruch – elektromagnetische Wellen im Experiment
Die Experimente, die Heinrich Hertz berühmt machten, gingen auf eine der großen physikalischen Fragen des 19. Jahrhunderts zurück: Können sich elektrische und magnetische Veränderungen tatsächlich als Wellen durch den Raum ausbreiten?
Der schottische Physiker James Clerk Maxwell hatte bereits in den 1860er-Jahren eine umfassende Theorie des Elektromagnetismus entwickelt. Aus seinen Gleichungen ergab sich, dass sich elektromagnetische Störungen wellenförmig ausbreiten können – und zwar mit einer Geschwindigkeit, die der bekannten Lichtgeschwindigkeit entsprach.
Daraus folgte eine weitreichende Erkenntnis: Licht selbst lässt sich als elektromagnetische Welle verstehen. Doch zunächst war dies vor allem eine theoretische Vorhersage. Ein überzeugender experimenteller Nachweis solcher elektromagnetischen Wellen außerhalb des sichtbaren Lichts stand noch aus.
Von Maxwells Theorie zu Hertz' Experiment
Als Hertz in Karlsruhe arbeitete, griff er diese Fragestellung auf. Ab 1886 entwickelte er Versuche, mit denen sich schnell wechselnde elektrische Vorgänge erzeugen und deren Wirkung in einiger Entfernung nachweisen ließen.
Die Grundidee des Experiments
Eine Funkenentladung erzeugt eine schnelle elektrische Schwingung.
Dabei entsteht eine elektromagnetische Welle, die sich durch den Raum ausbreitet.
Ein räumlich getrennter Empfänger reagiert auf die eintreffende elektromagnetische Welle.
Der Sender – ein Funke setzt den Vorgang in Gang
Für seine Versuche verwendete Hertz einen Funkenoszillator. Vereinfacht bestand dieser aus zwei leitenden Teilen, zwischen denen sich eine kleine Funkenstrecke befand. Eine hohe elektrische Spannung führte dazu, dass ein Funke über den Spalt sprang.
Dabei entstand nicht lediglich eine einzelne statische Entladung. Unter geeigneten Bedingungen trat ein sehr schnell abklingender, schwingender elektrischer Vorgang auf. Dieser erzeugte ein sich veränderndes elektrisches und magnetisches Feld – und damit elektromagnetische Wellen.
Vom Funken zur Welle
Der sichtbare Funke war nicht die elektromagnetische Welle selbst. Er gehörte zum elektrischen Vorgang im Sender, durch den eine hochfrequente Schwingung angeregt wurde. Diese wiederum führte zur Abstrahlung elektromagnetischer Wellen.
Der Empfänger – ein winziger Funke als Nachweis
Besonders eindrucksvoll war die Einfachheit des Empfängers. Hertz verwendete unter anderem einen leitenden Ring mit einer sehr kleinen Funkenstrecke.
Befand sich dieser Empfänger in geeigneter Entfernung vom Sender, konnten die eintreffenden elektromagnetischen Wellen im Ring elektrische Vorgänge anregen. An der kleinen Unterbrechung des Rings ließ sich unter günstigen Bedingungen wiederum ein winziger Funke beobachten.
Sender und Empfänger waren dabei nicht durch ein Kabel miteinander verbunden. Genau darin lag die entscheidende Bedeutung des Versuchs: Eine elektromagnetische Wirkung hatte den Raum zwischen beiden Anordnungen überbrückt.
Hertz ging noch einen Schritt weiter
Der bloße Nachweis einer Wirkung über eine Entfernung war noch nicht das Ende seiner Untersuchungen. Hertz untersuchte die erzeugten elektromagnetischen Wellen systematisch und zeigte, dass sie typische Eigenschaften von Wellen besitzen.
Er beobachtete unter anderem Phänomene, die wir auch von anderen Wellen kennen: Reflexion, Interferenz und die Ausbildung stehender Wellen. Darüber hinaus untersuchte er weitere Welleneigenschaften der elektromagnetischen Strahlung.
Aus der Untersuchung stehender Wellen konnte Hertz beispielsweise Rückschlüsse auf deren Wellenlänge ziehen. In Verbindung mit der Frequenz ließ sich daraus die Ausbreitungsgeschwindigkeit bestimmen. Seine Ergebnisse stützten die Vorstellung, dass sich diese elektromagnetischen Wellen mit einer Geschwindigkeit in der Größenordnung der Lichtgeschwindigkeit ausbreiten.
Was hatte Hertz damit bewiesen?
Hertz' Experimente lieferten die lange gesuchte experimentelle Bestätigung wesentlicher Vorhersagen der Maxwellschen Theorie. Elektrische und magnetische Felder waren nicht nur Größen, die in unmittelbarer Nähe von Ladungen und Leitern eine Rolle spielten. Unter geeigneten Bedingungen konnten sich elektromagnetische Veränderungen als Wellen durch den Raum ausbreiten.
Damit war eine grundlegende physikalische Erkenntnis experimentell greifbar geworden. Hertz hatte allerdings nicht das Ziel, ein drahtloses Kommunikationssystem zu entwickeln. Seine Versuche waren zunächst Grundlagenforschung.
Hat Heinrich Hertz das Radio erfunden?
Nein. Hertz entwickelte kein Rundfunksystem und erfand nicht das Radio im heutigen Sinne. Seine Experimente zeigten jedoch, dass elektromagnetische Wellen künstlich erzeugt und räumlich getrennt wieder nachgewiesen werden können. Damit schuf seine Forschung eine wichtige wissenschaftliche Grundlage, auf der spätere Entwicklungen der Funktechnik aufbauen konnten.
5. Von Hertz zu Radio, Fernsehen und WLAN
Als Heinrich Hertz Ende der 1880er-Jahre elektromagnetische Wellen experimentell untersuchte, stand für ihn zunächst eine physikalische Frage im Mittelpunkt. Seine Versuche waren Grundlagenforschung – nicht der Entwurf eines neuen Kommunikationssystems.
Doch die Erkenntnis, dass sich elektromagnetische Wellen gezielt erzeugen und über eine Entfernung wieder nachweisen lassen, eröffnete völlig neue Möglichkeiten. In den folgenden Jahren begannen Wissenschaftler und Erfinder, auf diesen Grundlagen aufzubauen und die drahtlose Übertragung von Informationen technisch nutzbar zu machen.
Aus dem Experiment wird Kommunikation
Für eine funktionierende Funkkommunikation reichte es nicht aus, lediglich elektromagnetische Wellen nachzuweisen. Es mussten zuverlässige Sender und empfindlichere Empfänger entwickelt werden. Außerdem brauchte man Verfahren, mit denen Informationen übertragen und auf der Empfängerseite wieder erkennbar gemacht werden konnten.
In den 1890er-Jahren beschäftigten sich deshalb verschiedene Forscher und Erfinder mit der drahtlosen Signalübertragung. Zu ihnen gehörten unter anderem Oliver Lodge, Alexander Popow und Guglielmo Marconi. Auch andere Wissenschaftler und Ingenieure leisteten wichtige Beiträge zur Entwicklung der frühen Funktechnik.
Keine Erfindung eines Einzelnen
Die Entwicklung der Funktechnik war kein einzelner Erfindungsmoment. Sie entstand aus dem Zusammenspiel theoretischer Physik, experimenteller Forschung und zahlreicher technischer Verbesserungen. Maxwell, Hertz und die späteren Funkpioniere erfüllten dabei unterschiedliche Rollen.
Die ersten drahtlosen Nachrichten
Einer der bekanntesten Namen der frühen Funkgeschichte ist Guglielmo Marconi. Er entwickelte in den 1890er-Jahren Systeme zur drahtlosen Telegraphie weiter und arbeitete daran, die Reichweite und Zuverlässigkeit der Übertragung deutlich zu erhöhen.
Bei der frühen Funktelegraphie wurde zunächst keine Sprache oder Musik übertragen. Stattdessen konnten beispielsweise Zeichenfolgen in Form von Morsecode drahtlos übermittelt werden. Besonders für die Kommunikation über See eröffnete dies neue Möglichkeiten.
Mit der Weiterentwicklung von Sendern, Empfängern, Antennen und Modulationsverfahren wurde es später möglich, auch Sprache und Musik zu übertragen. Damit war eine wesentliche Voraussetzung für den Rundfunk geschaffen.
Vom Funk zum Rundfunk
Im frühen 20. Jahrhundert entwickelte sich die Funktechnik rasant weiter. Während die drahtlose Telegraphie vor allem der gezielten Nachrichtenübermittlung zwischen einzelnen Stationen diente, entstand mit dem Rundfunk ein neues Prinzip: Ein Sender konnte Programme gleichzeitig an viele Empfänger ausstrahlen.
Radio machte elektromagnetische Wellen damit zu einem Bestandteil des Alltags. Frequenzangaben wurden nun auch außerhalb wissenschaftlicher Laboratorien immer wichtiger, denn unterschiedliche Sender mussten voneinander unterschieden und bestimmten Frequenzbereichen zugeordnet werden.
Von der physikalischen Erkenntnis zur technischen Anwendung
Maxwell beschreibt elektromagnetische Wellen.
Hertz weist ihre Ausbreitung nach.
Drahtlose Signale werden technisch nutzbar.
Neue Anwendungen entstehen.
Diese Darstellung ist bewusst vereinfacht. Zwischen den einzelnen Entwicklungsschritten lagen zahlreiche Entdeckungen, Erfindungen und technische Verbesserungen vieler verschiedener Personen.
Fernsehen erweitert die drahtlose Welt
Die Nutzung elektromagnetischer Wellen blieb nicht auf Ton und Telegraphie beschränkt. Im Laufe des 20. Jahrhunderts entwickelte sich auch das Fernsehen zu einem Massenmedium. Nun konnten Bild- und Tonsignale übertragen und von Millionen Empfängern aufgenommen werden.
Gleichzeitig entstanden immer neue technische Anwendungen des elektromagnetischen Spektrums – vom Richtfunk und Radar bis zur Satellitenkommunikation.
Vom Mobilfunk bis zum WLAN
Heute ist die drahtlose Übertragung elektromagnetischer Signale allgegenwärtig. Smartphones kommunizieren mit Mobilfunkstationen, Satelliten übertragen Daten über große Entfernungen und WLAN verbindet Computer, Fernseher und zahlreiche andere Geräte ohne Datenkabel mit einem Netzwerk.
Auch hier spielen Frequenzen eine zentrale Rolle. Unterschiedliche Funkdienste nutzen festgelegte Frequenzbereiche, damit zahlreiche Systeme möglichst zuverlässig nebeneinander betrieben werden können.
Vom Laborversuch zum digitalen Alltag
Zwischen Hertz' Funkenexperimenten und einem modernen WLAN-Netz liegen mehr als hundert Jahre technischer Entwicklung. WLAN ist deshalb keine direkte „Erfindung von Hertz“. Seine Experimente gehören jedoch zu den grundlegenden wissenschaftlichen Meilensteinen auf dem langen Weg zur heutigen Funktechnik.
Eine Entdeckung, unzählige Anwendungen
Radio, Fernsehen, Mobilfunk und WLAN unterscheiden sich technisch erheblich voneinander. Gemeinsam ist ihnen jedoch, dass Informationen mithilfe elektromagnetischer Signale übertragen werden können.
Damit wurde ein physikalisches Phänomen, das Hertz Ende des 19. Jahrhunderts noch mit Funkenstrecken im Labor untersuchte, zu einer Grundlage moderner Kommunikationstechnologien.
Und mit der wachsenden Bedeutung von Funk und Elektrotechnik wurde es immer wichtiger, Frequenzen eindeutig und international verständlich anzugeben. Damit kommen wir zurück zu Heinrich Hertz' Namen: Im nächsten Kapitel schauen wir uns genauer an, wie „Hertz“ zur international verwendeten Maßeinheit der Frequenz wurde.
6. Wie Hertz zur internationalen Maßeinheit wurde
Dass heute weltweit von Hertz (Hz) gesprochen wird, ist das Ergebnis internationaler Standardisierung. Denn mit der rasanten Entwicklung von Elektrotechnik, Funk und Nachrichtentechnik wuchs auch der Bedarf an einheitlichen Bezeichnungen und Maßeinheiten.
1930/1935 – Hertz wird zum Namen der Frequenzeinheit
Die internationale Einführung der Bezeichnung Hertz erfolgte in mehreren Schritten. Im Jahr 1930 wurde der Name bei der International Electrotechnical Commission (IEC) als Bezeichnung für die Frequenzeinheit vorgeschlagen beziehungsweise empfohlen. 1935 wurde die Bezeichnung im Zuge der weiteren internationalen elektrotechnischen Standardisierung etabliert.
Warum werden Maßeinheiten nach Forschern benannt?
Hertz ist keineswegs die einzige Maßeinheit, deren Name an einen Wissenschaftler erinnert. In der Physik und Elektrotechnik finden sich zahlreiche Beispiele. Viele dieser Bezeichnungen würdigen Personen, deren Forschungen für das jeweilige Fachgebiet von grundlegender Bedeutung waren.
| Einheit | Symbol | Physikalische Größe | Namensgeber |
|---|---|---|---|
| Hertz | Hz | Frequenz | Heinrich Hertz |
| Volt | V | Elektrische Spannung | Alessandro Volta |
| Ampere | A | Elektrische Stromstärke | André-Marie Ampère |
| Ohm | Ω | Elektrischer Widerstand | Georg Simon Ohm |
| Watt | W | Leistung | James Watt |
| Tesla | T | Magnetische Flussdichte | Nikola Tesla |
Eine interessante Verbindung zu Nikola Tesla
Auch Nikola Tesla, dessen Arbeiten eng mit der Geschichte der Elektrotechnik verbunden sind, wurde später Namensgeber einer SI-Einheit. Das Tesla (T) bezeichnet die magnetische Flussdichte. Wie bei Hertz erfolgte diese Würdigung erst nach dem Tod des Forschers.
Hertz wird Teil des Internationalen Einheitensystems
1960 wurde auf der 11. Generalkonferenz für Maß und Gewicht (CGPM) das Internationale Einheitensystem – kurz SI – eingeführt. Es bildet bis heute die Grundlage für ein weltweit einheitliches System physikalischer Maßeinheiten.
Mit der Einführung des Internationalen Einheitensystems wurde Hertz (Hz) als abgeleitete SI-Einheit der Frequenz verwendet. Sie lässt sich unmittelbar auf die SI-Basiseinheit Sekunde zurückführen: 1 Hz = 1 s−1.
Warum heißt es „Hz“ und nicht „HZ“?
Bei den Schreibweisen wissenschaftlicher Einheiten gelten internationale Regeln. Der ausgeschriebene Einheitenname wird im normalen Text kleingeschrieben: Man schreibt also beispielsweise 100 Hertz.
Das Einheitenzeichen lautet dagegen Hz – mit großem H und kleinem z. Der Großbuchstabe verweist darauf, dass die Einheit nach einer Person benannt wurde.
Das gleiche Prinzip findet sich beispielsweise bei V für Volt, A für Ampere, W für Watt und T für Tesla.
Zwei Buchstaben, die weltweit verstanden werden
Ob eine Tonfrequenz mit 440 Hz angegeben wird, ein Radiosender im Megahertzbereich sendet oder eine Funkverbindung Frequenzen im Gigahertzbereich nutzt: Die zugrunde liegende Einheit ist immer dieselbe.
Aus dem Namen eines Hamburger Physikers wurde damit ein international verständliches wissenschaftliches Zeichen. Hz verbindet heute Messwerte aus Forschung, Technik und Alltag über Sprach- und Ländergrenzen hinweg.
Wie groß die dabei auftretenden Unterschiede sein können, zeigt das nächste Kapitel. Dort schauen wir uns genauer an, was Hz, kHz, MHz und GHz bedeuten – und wie gewaltig die Größenordnungen zwischen ihnen sind.
7. Hz, kHz, MHz und GHz – was ist der Unterschied?
Von wenigen Hertz bis zu mehreren Gigahertz: Frequenzangaben können sich über enorme Größenordnungen erstrecken. Damit dabei nicht ständig Zahlen mit vielen Nullen geschrieben werden müssen, verwendet das Internationale Einheitensystem Vorsätze wie Kilo, Mega und Giga.
Das Prinzip kennen wir auch aus anderen Bereichen. Ein Kilometer entspricht 1.000 Metern – entsprechend sind 1 Kilohertz (kHz) genau 1.000 Hertz.
Von Hz zu GHz – immer Faktor 1.000
Zwischen den hier dargestellten Einheiten liegt jeweils der Faktor 1.000. Dadurch lassen sich auch sehr große Frequenzen kompakt schreiben.
Eine Frequenz von 2,4 GHz entspricht beispielsweise 2,4 Milliarden Hertz. Ausgeschrieben wären das 2.400.000.000 Hz. Die Verwendung von Gigahertz macht solche Angaben wesentlich übersichtlicher.
Wo begegnen uns diese Größenordnungen?
Die verschiedenen Einheiten sind nicht bestimmten Technologien fest zugeordnet. Sie werden vielmehr danach gewählt, wie groß die jeweilige Frequenz ist. Dennoch gibt es typische Beispiele, an denen sich die Größenordnungen gut veranschaulichen lassen.
Z.B. Netzfrequenz, tiefe Schwingungen, technische Signale, Tonfrequenzen oder NANODIS Schumann- und Solfeggio Wellengenerator.
Beispielsweise höhere Tonfrequenzen sowie bestimmte Bereiche der Funktechnik.
Beispielsweise UKW-Rundfunk und zahlreiche Funkanwendungen.
Beispielsweise WLAN, Mobilfunk, Radar und Satellitenkommunikation.
Ein Vergleich macht die Größenordnungen deutlich
Wie groß der Unterschied zwischen Hertz und Gigahertz tatsächlich ist, wird deutlich, wenn wir beide Angaben direkt miteinander vergleichen:
1 Hz = ein periodischer Vorgang pro Sekunde
1 GHz = eine Milliarde periodische Vorgänge pro Sekunde
Zwischen beiden Frequenzen liegt also der Faktor eine Milliarde. Dennoch werden beide mit derselben physikalischen Einheit beschrieben: Hertz.
Auch Frequenzen unterhalb von 1 Hertz sind möglich
Frequenzen müssen nicht immer größer als 1 Hz sein. Wiederholt sich ein periodischer Vorgang langsamer als einmal pro Sekunde, kann seine Frequenz auch unterhalb eines Hertz liegen.
Hierfür können kleinere SI-Vorsätze verwendet werden. Ein Beispiel ist Millihertz (mHz):
Achtung bei Groß- und Kleinschreibung
mHz bedeutet Millihertz = 0,001 Hz.
MHz bedeutet Megahertz = 1.000.000 Hz.
Der Unterschied zwischen mHz und MHz beträgt damit den Faktor eine Milliarde. Bei SI-Einheiten ist die korrekte Groß- und Kleinschreibung deshalb entscheidend.
Die Einheit bleibt immer Hertz
Ob mHz, Hz, kHz, MHz oder GHz: Die zugrunde liegende physikalische Größe bleibt die Frequenz. Die Vorsätze helfen lediglich dabei, sehr kleine oder sehr große Zahlen übersichtlich darzustellen.
Doch wo begegnen uns diese Frequenzen konkret? Im nächsten Kapitel verlassen wir die reine Größenordnung und schauen uns an, wo Hertz im Alltag vorkommt – vom Stromnetz über Musik und Radio bis zu Monitoren, WLAN und Messtechnik.
8. Wo begegnet uns Hertz im Alltag?
Hertz klingt zunächst nach einer Einheit aus dem Physikunterricht. Tatsächlich begegnen uns Frequenzangaben jedoch jeden Tag – beim Musikhören, an der Steckdose, beim Radioempfang, auf dem Computerbildschirm oder bei der drahtlosen Datenübertragung.
Die Beispiele stammen dabei aus ganz unterschiedlichen physikalischen und technischen Bereichen. Gemeinsam ist ihnen lediglich, dass eine Frequenz beschrieben wird – also die Häufigkeit eines periodischen Vorgangs pro Sekunde.
Musik und Akustik – Frequenz bestimmt die Tonhöhe mit
Bei Schall nehmen wir Frequenzen unter anderem als unterschiedliche Tonhöhen wahr. Vereinfacht gilt: Je höher die Frequenz eines reinen Tons, desto höher erscheint uns seine Tonhöhe.
Ein bekanntes Beispiel ist der Kammerton A. Als verbreiteter Referenzwert für das Stimmen von Musikinstrumenten wird heute 440 Hz verwendet. Das bedeutet, dass die entsprechende Schallschwingung eine Grundfrequenz von 440 Schwingungen pro Sekunde besitzt.
Hertz und Tonhöhe
Ein Ton mit 440 Hz ist nicht „stärker“ als ein Ton mit 220 Hz. Die höhere Frequenz beschreibt zunächst eine höhere Tonhöhe. Wie laut wir einen Ton wahrnehmen, hängt von anderen physikalischen Größen und von der menschlichen Wahrnehmung ab.
Neben 440 Hz existieren auch andere Stimmreferenzen. So wird beispielsweise 432 Hz gelegentlich als alternative Stimmung verwendet. Die Angabe in Hertz beschreibt in beiden Fällen die jeweilige Frequenz des Referenztons.
Das Stromnetz – 50 Hz aus der Steckdose
In Deutschland und weiten Teilen Europas besitzt das öffentliche Wechselstromnetz eine Nennfrequenz von 50 Hz. Dabei wechselt die elektrische Wechselgröße periodisch ihre Richtung beziehungsweise Polarität.
50 Hz bedeuten, dass sich der vollständige periodische Verlauf 50-mal pro Sekunde wiederholt.
50 Hz sind nicht überall dasselbe
Ein elektrischer Wechselvorgang mit 50 Hz und ein Schallereignis mit 50 Hz besitzen zwar die gleiche Frequenz, sind aber unterschiedliche physikalische Vorgänge. Die Zahl allein beschreibt lediglich ihre Wiederholungsrate.
Radio – wenn Frequenzen zum Sender führen
Besonders sichtbar wird die Bedeutung von Frequenzen beim Radio. Beim klassischen UKW-Rundfunk werden in Europa Frequenzen im Bereich von ungefähr 87,5 bis 108 MHz genutzt.
Wird beispielsweise eine bestimmte Frequenz am Radio eingestellt, wählt der Empfänger damit einen entsprechenden Bereich des übertragenen Funksignals aus. Die Frequenz dient hier gewissermaßen als technische Adresse innerhalb des vorgesehenen Frequenzbandes.
Die eigentliche Information – etwa Sprache oder Musik – wird dabei auf ein hochfrequentes Trägersignal übertragen. Beim UKW-Rundfunk geschieht dies mittels Frequenzmodulation (FM).
WLAN – Milliarden Schwingungszyklen pro Sekunde
Auch drahtlose Computernetzwerke arbeiten mit elektromagnetischen Signalen in festgelegten Frequenzbereichen. Bekannte WLAN-Frequenzbänder liegen beispielsweise im Bereich von 2,4 GHz und 5 GHz; moderne WLAN-Standards können zusätzlich Frequenzbereiche um 6 GHz nutzen.
Schon die Angabe 2,4 GHz zeigt die enorme Größenordnung: 2,4 GHz entsprechen 2,4 Milliarden Hertz.
Die Frequenz allein bestimmt dabei jedoch weder die Datenrate noch die Qualität einer WLAN-Verbindung. Dafür spielen zahlreiche weitere Faktoren eine Rolle – unter anderem Kanalbreite, Modulationsverfahren, Signalstärke, Störungen und der verwendete WLAN-Standard.
Monitore – was bedeutet eine Bildwiederholrate von 60 oder 144 Hz?
Auch bei Computerbildschirmen und Fernsehern begegnet uns die Einheit Hertz. Hier bezeichnet sie die Bildwiederholrate: Ein Monitor mit 60 Hz kann sein dargestelltes Bild bis zu 60-mal pro Sekunde aktualisieren, ein Gerät mit 144 Hz entsprechend bis zu 144-mal pro Sekunde.
Eine höhere Bildwiederholrate kann Bewegungsabläufe flüssiger erscheinen lassen. Wie deutlich dieser Unterschied wahrgenommen wird, hängt jedoch auch vom dargestellten Inhalt, der Bildrate der Quelle und weiteren technischen Eigenschaften des Systems ab.
60 Hz Monitor ≠ 60 Hz Schall
Bei einem Monitor beschreibt Hertz die Häufigkeit der Bildaktualisierung. Bei einem Ton beschreibt Hertz die Frequenz der Schallschwingung. Die Einheit ist gleich – der beschriebene Vorgang ist ein anderer.
Messtechnik und Signalgeneratoren
In Labor, Entwicklung und Elektronik spielt die Frequenz ebenfalls eine zentrale Rolle. Messgeräte wie Oszilloskope und Frequenzzähler können periodische elektrische Signale untersuchen und deren Frequenz bestimmen.
Umgekehrt können Signalgeneratoren beziehungsweise Frequenzgeneratoren elektrische Signale mit definierten Frequenzen erzeugen. Solche Geräte werden beispielsweise in Entwicklung, Prüfung, Messtechnik und Ausbildung eingesetzt.
Eine Einstellung von beispielsweise 40 Hz bedeutet dabei zunächst, dass sich das erzeugte periodische Signal 40-mal pro Sekunde wiederholt. Welche weiteren Eigenschaften das Signal besitzt, lässt sich aus der Frequenzangabe allein noch nicht ableiten.
Hertz in unserem Alltag – einige Beispiele
Nennfrequenz des Stromnetzes in Deutschland
Verbreitete Referenzfrequenz für den Kammerton A
UKW-Rundfunkband in Europa
Frequenzbereiche moderner WLAN-Systeme
Typische Bildwiederholraten moderner Monitore
Eine Einheit – ganz unterschiedliche Phänomene
Die Beispiele zeigen, warum Hertz eine so universelle Einheit ist. Sie beschreibt keine bestimmte Technologie und auch keine bestimmte Art von Welle. Sie beantwortet zunächst nur eine Frage: Wie oft wiederholt sich ein periodischer Vorgang innerhalb einer Sekunde?
Ob es sich dabei um eine Schallschwingung, eine elektrische Wechselgröße, ein Funksignal oder die Aktualisierung eines Bildschirms handelt, muss immer zusätzlich betrachtet werden.
Das ist besonders wichtig, wenn Frequenzgeneratoren beschrieben werden. Im nächsten Kapitel schauen wir deshalb genauer darauf, was eine Hertz-Angabe bei einem Frequenzgenerator tatsächlich aussagt – und was nicht.
9. Was bedeutet Hertz bei einem Frequenzgenerator?
Bei einem Frequenz- oder Signalgenerator gehört die Angabe in Hertz (Hz) zu den wichtigsten technischen Größen. Sie beschreibt, wie häufig sich ein erzeugtes periodisches Signal innerhalb einer Sekunde wiederholt.
Wird ein Generator beispielsweise auf 40 Hz eingestellt, bedeutet dies zunächst: Das periodische Signal durchläuft 40 vollständige Zyklen pro Sekunde.
Frequenz und Periodendauer gehören zusammen
Neben der Frequenz lässt sich ein periodisches Signal auch durch seine Periodendauer beschreiben. Sie gibt an, wie viel Zeit ein vollständiger Zyklus benötigt.
Je höher die Frequenz ist, desto kürzer ist die Dauer eines einzelnen Zyklus. Bei 1 Hz dauert ein Zyklus eine Sekunde, bei 10 Hz nur noch 0,1 Sekunden und bei 40 Hz 0,025 Sekunden.
| Frequenz | Zyklen pro Sekunde | Periodendauer |
|---|---|---|
| 1 Hz | 1 | 1 Sekunde |
| 10 Hz | 10 | 0,1 Sekunden |
| 40 Hz | 40 | 0,025 Sekunden (25 ms) |
| 1 kHz | 1.000 | 0,001 Sekunden (1 ms) |
Die Frequenz ist nur eine Eigenschaft des Signals
Eine Frequenzangabe allein beschreibt ein Signal jedoch noch nicht vollständig. Zwei Generatoren können beispielsweise beide ein Signal mit 40 Hz erzeugen, obwohl sich ihre Ausgangssignale in anderen Eigenschaften deutlich unterscheiden.
Je nach Gerät und Anwendung können unter anderem folgende Größen relevant sein:
- Signalform – beispielsweise Sinus, Rechteck oder Dreieck,
- Amplitude – die Größe der Signalauslenkung,
- Offset – eine mögliche Verschiebung des Signals gegenüber dem Nullniveau,
- Phase – die zeitliche Lage eines periodischen Signals gegenüber einer Referenz,
- Tastgrad – beispielsweise bei Rechteck- oder Pulssignalen,
- Modulation – eine gezielte Veränderung bestimmter Signaleigenschaften.
40 Hz sind nicht automatisch dasselbe Signal
Ein sinusförmiges Signal mit 40 Hz, ein Rechtecksignal mit 40 Hz und eine Folge kurzer Pulse mit einer Wiederholrate von 40 Hz können dieselbe Grund- beziehungsweise Wiederholungsfrequenz besitzen, unterscheiden sich aber in ihrem zeitlichen Verlauf und ihrem Frequenzspektrum.
Sinus, Rechteck und Dreieck – gleiche Frequenz, andere Signalform
Besonders anschaulich wird dieser Unterschied bei verschiedenen Signalformen. Ein Sinussignal verändert sich gleichmäßig und kontinuierlich. Ein ideales Rechtecksignal wechselt dagegen sprunghaft zwischen zwei Pegeln, während ein Dreiecksignal durch lineare Anstiege und Abfälle gekennzeichnet ist.
Alle drei könnten beispielsweise eine Wiederholungsfrequenz von 10 Hz besitzen. In diesem Fall wiederholt sich ihre jeweilige Form zehnmal pro Sekunde – obwohl die Signalverläufe deutlich unterschiedlich aussehen.
Warum die Signalform wichtig ist
Nichtsinusförmige periodische Signale lassen sich mathematisch als Überlagerung mehrerer Sinusschwingungen unterschiedlicher Frequenzen beschreiben. Ein Rechtecksignal besitzt daher neben seiner Grundfrequenz weitere Frequenzanteile – sogenannte Oberwellen. Die Angabe der Wiederholungsfrequenz allein beschreibt sein Frequenzspektrum deshalb nicht vollständig.
Was erzeugt ein Frequenzgenerator eigentlich?
Auch der Begriff Frequenzgenerator kann unterschiedliche Geräte und technische Konzepte bezeichnen. In der klassischen Elektronik erzeugt ein Signalgenerator beispielsweise elektrische Spannungsverläufe mit einstellbarer Frequenz und Signalform.
Andere technische Systeme können solche elektrischen Signale anschließend weiterverarbeiten. Ein elektrisches Signal kann beispielsweise einen Lautsprecher ansteuern, der daraus Schall erzeugt, oder Bestandteil einer Schaltung sein, die elektromagnetische Felder erzeugt.
Deshalb ist es wichtig, zwischen dem elektrischen Steuersignal und dem daraus möglicherweise entstehenden physikalischen Ausgangsphänomen zu unterscheiden.
Was sagt eine Hertz-Angabe aus – und was nicht?
- wie häufig sich ein periodischer Vorgang wiederholt,
- wie lang ein Zyklus dauert.
- wie groß die Amplitude ist,
- welche Signalform vorliegt,
- welche Leistung übertragen wird,
- welches physikalische Ausgangsphänomen erzeugt wird.
Hertz beschreibt die zeitliche Wiederholung
Damit lässt sich die Bedeutung einer Frequenzangabe bei einem Generator auf einen einfachen Grundsatz zurückführen: Hertz beschreibt die zeitliche Wiederholung eines periodischen Signals.
Für eine vollständige technische Beschreibung müssen jedoch weitere Eigenschaften des Signals und des jeweiligen Gerätes berücksichtigt werden. Eine einzelne Frequenzzahl reicht dafür nicht aus.
Neben der zeitlichen Wiederholung gibt es bei Wellen noch eine zweite wichtige Größe: die Wellenlänge. Frequenz und Wellenlänge hängen miteinander zusammen, bedeuten aber nicht dasselbe. Diesen Unterschied betrachten wir im nächsten Kapitel genauer.
10. Frequenz und Wellenlänge
Wer sich mit Frequenzen beschäftigt, begegnet früher oder später einem zweiten Begriff: der Wellenlänge.
Die Frequenz gibt an, wie häufig sich ein periodischer Vorgang innerhalb einer Sekunde wiederholt. Die Wellenlänge beschreibt dagegen eine räumliche Strecke: den Abstand zwischen zwei aufeinanderfolgenden Punkten einer Welle mit gleicher Phase, beispielsweise zwischen zwei Wellenbergen.
Einheit: Hertz (Hz)
Einheit: Meter (m)
Wie hängen Frequenz und Wellenlänge zusammen?
Bei einer sich ausbreitenden Welle sind Frequenz, Wellenlänge und Ausbreitungsgeschwindigkeit miteinander verknüpft. Der grundlegende Zusammenhang lautet:
f = Frequenz
λ = Wellenlänge
Bleibt die Ausbreitungsgeschwindigkeit gleich, gilt damit: Je höher die Frequenz, desto kürzer ist die Wellenlänge. Je niedriger die Frequenz, desto länger ist die Wellenlänge.
Ein Beispiel mit elektromagnetischen Wellen
Elektromagnetische Wellen breiten sich im Vakuum mit der Lichtgeschwindigkeit aus – ungefähr 300.000 Kilometer pro Sekunde. Dadurch lässt sich zu einer bestimmten Frequenz die zugehörige Wellenlänge berechnen.
Bei einer elektromagnetischen Welle mit einer Frequenz von 100 MHz ergibt sich im Vakuum näherungsweise eine Wellenlänge von 3 Metern.
Bei 1 GHz beträgt die Wellenlänge im Vakuum dagegen nur noch ungefähr 30 Zentimeter. Die zehnmal höhere Frequenz führt bei gleicher Ausbreitungsgeschwindigkeit zu einer zehnmal kürzeren Wellenlänge.
Nicht jedes periodische Signal besitzt eine Wellenlänge
Hertz kann auch periodische Vorgänge beschreiben, bei denen eine Wellenlänge gar nicht die passende Größe ist.
Die Bildwiederholrate eines Monitors kann beispielsweise 144 Hz betragen. Daraus folgt jedoch keine „Wellenlänge des Monitors“. Die Hertz-Angabe beschreibt hier lediglich, wie häufig das Bild pro Sekunde aktualisiert werden kann.
Frequenz und Wellenlänge ergänzen sich
Frequenz und Wellenlänge sind also nicht zwei Bezeichnungen für dieselbe Eigenschaft. Die eine beschreibt einen zeitlichen, die andere einen räumlichen Aspekt einer Welle.
Zusammen mit der Ausbreitungsgeschwindigkeit ermöglichen beide Größen eine präzise Beschreibung vieler Wellenphänomene – von Schall bis zu elektromagnetischen Wellen.
11. Mythos oder Wahrheit? – Häufige Missverständnisse über Hertz und Frequenzen
Kaum eine physikalische Größe begegnet uns in so vielen unterschiedlichen Zusammenhängen wie die Frequenz. Von Musik und Strom über Funktechnik bis zu Monitoren und Signalgeneratoren wird sie in Hertz angegeben. Gerade diese Vielseitigkeit führt jedoch leicht zu Missverständnissen.
Zeit also für einen kleinen Faktencheck: Was bedeutet eine Hertz-Angabe wirklich – und welche verbreiteten Vorstellungen stimmen so nicht?
Mythos 1: „Je höher die Hertz-Zahl, desto stärker ist das Signal.“
Nein. Frequenz und Signalstärke sind unterschiedliche Größen.
Eine höhere Frequenz bedeutet zunächst nur, dass sich ein periodischer Vorgang innerhalb einer Sekunde häufiger wiederholt. Wie groß beispielsweise die Amplitude oder Leistung eines Signals ist, lässt sich aus seiner Frequenz allein nicht ableiten.
Mythos 2: „Zwei Signale mit 40 Hz sind physikalisch dasselbe.“
Nein. Die gleiche Frequenz bedeutet lediglich, dass beide Vorgänge dieselbe Wiederholungsrate besitzen.
Ein elektrisches Sinussignal mit 40 Hz, ein Rechtecksignal mit einer Wiederholungsfrequenz von 40 Hz und eine Schallschwingung mit 40 Hz können sich hinsichtlich Signalform, Spektrum, Amplitude und physikalischer Natur deutlich voneinander unterscheiden.
Mythos 3: „Jede Frequenz besitzt automatisch eine Wellenlänge.“
So allgemein stimmt das nicht.
Eine Wellenlänge ist eine räumliche Größe einer sich ausbreitenden Welle. Hertz kann dagegen auch periodische Vorgänge beschreiben, bei denen eine Wellenlänge nicht die passende Größe ist. Eine Bildwiederholrate von 144 Hz besitzt beispielsweise nicht automatisch eine dazugehörige „Wellenlänge des Bildschirms“.
Mythos 4: „Gleiche Frequenz bedeutet gleiche Wellenlänge.“
Nicht unbedingt. Bei einer sich ausbreitenden Welle hängt die Wellenlänge auch von ihrer Ausbreitungsgeschwindigkeit ab.
Zwei Wellen können daher dieselbe Frequenz und trotzdem unterschiedliche Wellenlängen besitzen, wenn sie sich mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten ausbreiten. Das ist beispielsweise beim Vergleich unterschiedlicher Wellenarten oder Medien wichtig.
Mythos 5: „Eine bestimmte Hertz-Zahl beschreibt bereits vollständig, was ein Gerät erzeugt.“
Nein – und diese Unterscheidung ist besonders wichtig.
Eine Frequenzangabe beschreibt zunächst nur die zeitliche Wiederholung eines periodischen Vorgangs. Um ein technisches Ausgangssignal oder ein physikalisches Phänomen vollständig zu charakterisieren, können weitere Angaben erforderlich sein – beispielsweise Signalform, Amplitude, Leistung, Modulation oder die Art des erzeugten physikalischen Signals beziehungsweise Feldes.
Was Hertz wirklich aussagt
Viele Missverständnisse lassen sich vermeiden, wenn man zur ursprünglichen Definition zurückkehrt: Hertz ist die Einheit der Frequenz. Sie beschreibt, wie häufig sich ein periodischer Vorgang pro Sekunde wiederholt.
Die Hertz-Zahl sagt aus, wie häufig etwas geschieht – nicht automatisch, was geschieht.
Mit diesem Grundverständnis lassen sich Frequenzangaben aus ganz unterschiedlichen Bereichen wesentlich besser einordnen. Und genau darin liegt die besondere Bedeutung einer Einheit, die heute weltweit verwendet wird und den Namen eines Physikers trägt, dessen Experimente vor mehr als einem Jahrhundert unser Verständnis elektromagnetischer Wellen entscheidend mitgeprägt haben.
12. Fazit: Vom Namen eines Forschers zur Einheit unseres Alltags
Heinrich Hertz konnte kaum ahnen, wie selbstverständlich sein Name einmal in Wissenschaft, Technik und Alltag verwendet werden würde. Seine Experimente mit elektromagnetischen Wellen gehörten zu den wichtigen Meilensteinen auf dem Weg zur modernen Funktechnik – Jahrzehnte später wurde sein Familienname zur internationalen Einheit der Frequenz.
Heute begegnet uns Hertz bei Schall und Musik ebenso wie bei elektrischen Signalen, Funktechnik, Messtechnik oder Bildwiederholraten. Dabei bleibt die grundlegende Bedeutung immer gleich: Hertz beschreibt, wie häufig sich ein periodischer Vorgang innerhalb einer Sekunde wiederholt.
Aus den Experimenten eines Physikers des 19. Jahrhunderts wurde so eine Einheit, die heute weltweit verstanden wird.
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Hinweis: Die von NANODIS angebotenen Wellengeneratoren sind Wellness-Produkte. Sie sind nicht als Medizinprodukte bestimmt und ersetzen keine ärztliche Diagnose oder Behandlung.
Quellen und weiterführende Literatur
- Karlsruher Institut für Technologie (KIT): 125 Jahre Entdeckung der elektromagnetischen Wellen – zur experimentellen Arbeit von Heinrich Hertz in Karlsruhe und zur Bedeutung seiner Versuche für die spätere Funktechnik.
KIT – 125 Jahre Entdeckung der elektromagnetischen Wellen - Deutsches Historisches Museum (LeMO): Heinrich Hertz – biografischer Überblick über Leben, wissenschaftliche Laufbahn und die Experimente zu elektromagnetischen Wellen.
DHM – Biografie Heinrich Hertz - Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut (HHI): Biografie von Heinrich Hertz – ausführliche Chronologie seines Lebens von 1857 bis 1894 und seiner wissenschaftlichen Stationen.
Fraunhofer HHI – Biografie von Heinrich Hertz - Deutsches Museum: Licht und Materie – Informationen zu Hertz' experimentellem Nachweis elektromagnetischer Wellen und zum Zusammenhang zwischen elektromagnetischen Wellen und Licht.
Deutsches Museum – Licht und Materie - Heinrich Hertz / Annalen der Physik und Chemie: Historische Originalarbeiten, darunter Ueber sehr schnelle electrische Schwingungen (1887), Ueber electrodynamische Wellen im Luftraume und deren Reflexion (1888) und Ueber Strahlen electrischer Kraft (1889). Eine Übersicht und Digitalisate sind über Wikisource zugänglich.
Originalarbeiten von Heinrich Hertz – Übersicht - Bureau International des Poids et Mesures (BIPM): The International System of Units (SI), 9th edition – offizielle Referenz zum Internationalen Einheitensystem und damit zur SI-Einheit Hertz (Hz). Die aktuelle Ausgabe wurde 2026 aktualisiert.
BIPM – The International System of Units (SI)
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