27.08.26
Unerklärliche Brummtöne? Ein Guide zur Messung von Infraschall
Infraschall ist Schall mit Frequenzen unterhalb von 20 Hertz (Hz) und liegt damit unterhalb des üblichen menschlichen Hörbereichs. Obwohl Infraschall in der Regel nicht gehört wird, kann er bei ausreichend hohen Schalldruckpegeln beispielsweise als Schwingung oder Vibration wahrgenommen werden.
Die physikalischen Eigenschaften von Infraschall unterscheiden sich in einigen Punkten von denen höherfrequenten Schalls. Aufgrund seiner großen Wellenlängen wird tieffrequenter Schall an Hindernissen häufig weniger stark abgeschirmt als höherfrequenter Schall und kann sich unter geeigneten Bedingungen über große Entfernungen ausbreiten. Dies kann die Ortung und Zuordnung von Infraschall-Quellen erschweren. Das Verständnis dieser Grundlagen ist deshalb wichtig, um Möglichkeiten und Grenzen der Infraschall-Messung richtig einzuordnen.
Inhaltsverzeichnis
- Warum ist die Messung von Infraschall so wichtig?
- Wie nehmen wir Infraschall wahr, obwohl wir ihn nicht hören?
- Welche Quellen erzeugen Infraschall in unserer Umwelt?
- Welche Herausforderungen birgt die Infraschall-Messung?
- Wie funktioniert die präzise Infraschall-Messung in der Praxis?
- Welche Messgeräte eignen sich für den Nachweis von Infraschall?
- Wie interpretiert man die Ergebnisse einer Infraschall-Messung?
- Wann sollte man einen Sachverständigen hinzuziehen?
- Praktische Tipps für Ihre eigene Infraschall-Messung
- FAQ – Häufig gestellte Fragen zur Infraschall-Messung
- Quellen und weiterführende Informationen
1. Warum ist die Messung von Infraschall so wichtig?
Infraschall und tieffrequente Geräusche werden seit einigen Jahren verstärkt öffentlich und wissenschaftlich diskutiert. Messungen können dabei helfen, vorhandene Schallanteile objektiv zu erfassen und mögliche Quellen näher zu untersuchen. Vorkommen, Wahrnehmung und mögliche Wirkungen tieffrequenter Geräusche sind weiterhin Gegenstand wissenschaftlicher Forschung.
Für Privatpersonen, Vereine und Fachexperten können Messungen eine Möglichkeit sein, Frequenzen, Schalldruckpegel und zeitliche Muster in einer bestimmten Umgebung zu dokumentieren. Die gewonnenen Daten können die Suche nach möglichen Quellen unterstützen und Hinweise darauf geben, ob bestimmte Schallereignisse regelmäßig oder nur unter bestimmten Bedingungen auftreten. Auch bei der Bewertung von Umwelteinflüssen oder bei Infrastrukturprojekten können entsprechende Messungen eine Rolle spielen.
2. Wie nehmen wir Infraschall wahr, obwohl wir ihn nicht hören?
Infraschall liegt unterhalb des üblichen menschlichen Hörbereichs. Das bedeutet jedoch nicht, dass tieffrequenter Schall grundsätzlich nicht wahrgenommen werden kann. Bei ausreichend hohen Schalldruckpegeln kann er beispielsweise als Schwingung oder Vibration wahrgenommen werden. Wie und ab welchem Pegel dies geschieht, hängt unter anderem von der Frequenz, der Stärke des Signals und individuellen Wahrnehmungsunterschieden ab.
Da Infraschall in der Regel nicht als Ton gehört wird, lässt sich eine mögliche Quelle allein durch subjektive Wahrnehmung häufig nur schwer bestimmen. Eine objektive Messung kann unabhängig davon Frequenzen und Schalldruckpegel erfassen und so zusätzliche Informationen über die akustische Situation liefern.
Davon zu unterscheiden ist Ultraschall. Während Infraschall unterhalb des menschlichen Hörbereichs liegt, bezeichnet Ultraschall Schallfrequenzen oberhalb des hörbaren Bereichs.
3. Welche Quellen erzeugen Infraschall in unserer Umwelt?
Infraschall ist ein natürlicher Bestandteil unserer Umwelt und kann aus zahlreichen natürlichen und technischen Quellen stammen. Zu den natürlichen Quellen zählen beispielsweise Wetterphänomene, Wind, Erdbeben, Vulkanausbrüche und Meeresbrandung. Auch manche Tiere wie Elefanten oder Wale erzeugen sehr tieffrequente Schallsignale.
Zu technischen Quellen tieffrequenter Geräusche können unter anderem industrielle Anlagen, große Maschinen, Heizungs- und Lüftungssysteme, Straßen- und Schienenverkehr, Flugzeuge, Windenergieanlagen und Wärmepumpen gehören. Die Identifizierung einer konkreten Quelle erfordert jedoch eine Betrachtung der jeweiligen Messsituation und möglicher Hintergrundgeräusche.
4. Welche Herausforderungen birgt die Infraschall-Messung?
Die Messung von Infraschall ist aufgrund seiner niedrigen Frequenzen mit besonderen Anforderungen verbunden. Herkömmliche Schallpegelmessgeräte, die vor allem für den hörbaren Frequenzbereich ausgelegt sind, können hierfür je nach Gerät und Messaufgabe ungeeignet sein. Spezialisierte Messgeräte können tiefe Frequenzen gezielt erfassen. Gleichzeitig müssen bei der Messung mögliche Störfaktoren wie Wind oder andere tieffrequente Geräuschquellen berücksichtigt werden.
Eine weitere Herausforderung besteht darin, dass tieffrequente Geräusche und Infraschall aus vielen unterschiedlichen natürlichen und technischen Quellen stammen können. Bei einer Messung müssen deshalb die für die Fragestellung relevanten Signale von Hintergrundgeräuschen und möglichen Störquellen unterschieden werden.
Spezialisierte Messgeräte wie der CM SONIC können Frequenzen und Pegel erfassen und die Untersuchung tieffrequenter Schallereignisse unterstützen. Vordefinierte Messmodi und eine übersichtliche Darstellung der Messwerte können den Einstieg in die Messung erleichtern.
5. Wie funktioniert die präzise Infraschall-Messung in der Praxis?
Für die gezielte Untersuchung sehr tiefer Frequenzen werden spezialisierte Messgeräte eingesetzt. Der CM SONIC ist darauf ausgelegt, einen Messbereich von 0,5 Hz bis 20 Hz zu erfassen. Dieser Bereich beschreibt den Messbereich des Gerätes und ist von der allgemeinen Definition von Infraschall – Schall unterhalb von 20 Hz – zu unterscheiden.
Mit einem entsprechenden Messgerät lassen sich unter anderem Frequenzen und Schalldruckwerte erfassen und grafisch darstellen. Dadurch können zeitliche Muster und auffällige Messereignisse leichter erkannt und dokumentiert werden.
In der Praxis kann je nach Fragestellung beispielsweise eine Sofort- beziehungsweise Live-Messung, ein spezieller Windrad-Modus oder eine Langzeitmessung gewählt werden. Der Live-Modus zeigt die erfasste Infraschallfrequenz und den Schalldruck unmittelbar an. Bei Langzeitmessungen lassen sich Daten über einen längeren Zeitraum aufzeichnen, um zeitlich veränderliche oder nur zeitweise auftretende Schallereignisse zu dokumentieren.
Eine zusätzliche Funktion des CM SONIC ermöglicht es, das erfasste Infraschallsignal über Kopfhörer akustisch zugänglich zu machen. Dies kann die Analyse der aufgezeichneten Signale ergänzen.
6. Welche Messgeräte eignen sich für den Nachweis von Infraschall?
Für die gezielte Messung und Analyse von Infraschall sind Geräte erforderlich, deren Messbereich auch sehr niedrige Frequenzen umfasst. Herkömmliche Schallpegelmesser sind häufig primär für den hörbaren Frequenzbereich ausgelegt und eignen sich deshalb nicht automatisch für jede Infraschall-Messung.
Ein Beispiel für ein spezialisiertes Gerät ist das CM SONIC Infraschall Mess- und Analysegerät. Es ist darauf ausgelegt, Frequenzen von 0,5 Hz bis 20 Hz zu erfassen und bietet verschiedene Mess- und Analysefunktionen.
Durch den Batteriebetrieb kann das Gerät auch für mobile Messungen eingesetzt werden. Grafische Darstellungen der Messdaten und verschiedene Messmodi erleichtern es, Frequenzverläufe und zeitliche Veränderungen zu dokumentieren. Für die fachliche Bewertung komplexer Messsituationen kann dennoch die Unterstützung durch einen Sachverständigen erforderlich sein.
7. Wie interpretiert man die Ergebnisse einer Infraschall-Messung?
Die fachgerechte Auswertung einer Infraschall-Messung erfordert ein Verständnis der Messdaten und der jeweiligen Messbedingungen. Betrachtet werden beispielsweise die erfassten Frequenzen und die dazugehörigen Schalldruckwerte. Eine Darstellung der Messwerte über die Zeit kann dabei helfen, Muster, Veränderungen und einzelne Spitzenwerte zu erkennen.
Der gemessene Schalldruck beziehungsweise Schalldruckpegel gibt Auskunft über die Stärke des erfassten Schallsignals. Ein einzelner Messwert erlaubt jedoch noch keine abschließende Bewertung seiner Ursache oder Bedeutung.
Deshalb sollten Messwerte immer im Zusammenhang mit der Umgebung, möglichen Quellen, Wetterbedingungen und weiteren Einflussfaktoren betrachtet werden. Zeitlich dokumentierte Messungen können beispielsweise dabei helfen zu prüfen, ob bestimmte Messereignisse gleichzeitig mit beobachteten oder wahrgenommenen Ereignissen auftreten.
Langzeitmessungen können zusätzlich zeigen, wie stark Werte im Tages- oder Nachtverlauf beziehungsweise unter verschiedenen Betriebs- und Umgebungsbedingungen schwanken.
8. Wann sollte man einen Sachverständigen hinzuziehen?
Moderne Messgeräte wie der CM SONIC können erste Messdaten liefern und die Untersuchung einer Situation unterstützen. Es gibt jedoch Fragestellungen, bei denen die Expertise eines Sachverständigen sinnvoll oder erforderlich ist. Dies gilt insbesondere, wenn Messergebnisse komplex sind, mögliche Quellen nicht eindeutig zugeordnet werden können oder die Ergebnisse für rechtliche oder behördliche Zwecke verwendet werden sollen.
Ein Sachverständiger kann Messbedingungen fachlich beurteilen, mögliche Störfaktoren berücksichtigen und geeignete Mess- und Bewertungsverfahren auswählen. Dies ist insbesondere bei der Beurteilung von Emissionen größerer technischer Anlagen oder bei strittigen Messsituationen relevant.
Eine private Messung kann daher wertvolle erste Anhaltspunkte liefern, ersetzt bei anspruchsvollen fachlichen oder rechtlichen Fragestellungen jedoch keine normgerechte Messung und Bewertung durch entsprechend qualifizierte Fachleute.
9. Praktische Tipps für Ihre eigene Infraschall-Messung
Wenn Sie Infraschall in Ihrer Umgebung selbst messen möchten, sollte zunächst ein für den gewünschten Frequenzbereich geeignetes Messgerät verwendet werden. Beim CM SONIC liegt der angegebene Messbereich beispielsweise bei 0,5 Hz bis 20 Hz. Machen Sie sich vor der Messung mit der Bedienungsanleitung und den verfügbaren Messmodi vertraut.
Wählen Sie einen geeigneten Messort und berücksichtigen Sie mögliche Störfaktoren. Direkte Windanströmung am Mikrofon oder andere Geräuschquellen können Messungen beeinflussen. Je nach Fragestellung kann es sinnvoll sein, zu unterschiedlichen Tageszeiten und unter verschiedenen Bedingungen zu messen.
Dokumentieren Sie möglichst auch Datum, Uhrzeit, Wetterbedingungen, Betriebszustände möglicher Quellen und Besonderheiten der Messumgebung. Solche Begleitinformationen können bei der späteren Interpretation der Messwerte hilfreich sein.
Eigene Messungen können erste Anhaltspunkte liefern. Für eine belastbare fachliche Bewertung komplexer Situationen oder bei rechtlich relevanten Fragestellungen sollte ein entsprechend qualifizierter Sachverständiger hinzugezogen werden.
10. FAQ – Häufig gestellte Fragen zur Infraschall-Messung
Was ist der Unterschied zwischen Infraschall und Ultraschall?
Als Infraschall wird Schall mit Frequenzen unterhalb von 20 Hz bezeichnet. Ultraschall liegt dagegen oberhalb des für Menschen üblichen Hörbereichs, also oberhalb von ungefähr 20 kHz. Beide Begriffe bezeichnen damit unterschiedliche Frequenzbereiche von Schall.
Kann Infraschall gesundheitsschädlich sein?
Die gesundheitliche Bewertung von Infraschall hängt unter anderem von Frequenz, Schalldruckpegel und Expositionsbedingungen ab. Aus dem bloßen Vorhandensein von Infraschall lässt sich deshalb keine gesundheitliche Wirkung ableiten.
Untersuchungen des Umweltbundesamtes zu Infraschall um beziehungsweise unterhalb der menschlichen Wahrnehmungsschwelle zeigten keine statistisch signifikanten unmittelbaren körperlichen Reaktionen. Fragen zu möglichen Wirkungen anderer Expositionssituationen und zu langfristigen Zusammenhängen werden weiterhin wissenschaftlich untersucht.
Messwerte sollten deshalb sachlich und unter Berücksichtigung der jeweiligen Messbedingungen beurteilt werden. Bei gesundheitlichen Beschwerden ist eine medizinische Abklärung durch entsprechend qualifizierte Fachpersonen sinnvoll; ein Infraschall-Messgerät kann keine medizinische Diagnose stellen.
Welche Rolle spielt Wind bei der Infraschall-Messung?
Wind kann eine Infraschall-Messung beeinflussen. Einerseits können natürliche Luftbewegungen selbst tieffrequente Geräusche erzeugen, andererseits kann direkte Windanströmung am Mikrofon zu zusätzlichen Messsignalen führen. Deshalb sollten Wetterbedingungen bei der Messung dokumentiert und geeignete Maßnahmen zur Reduzierung windbedingter Störungen berücksichtigt werden.
Wie lange sollte eine Infraschall-Langzeitmessung dauern?
Die erforderliche Dauer hängt von der jeweiligen Fragestellung ab. Wenn untersucht werden soll, ob ein Schallereignis nur zeitweise oder unter bestimmten Betriebs- und Umgebungsbedingungen auftritt, können Messungen über mehrere Stunden sinnvoll sein. Der CM SONIC ermöglicht laut Geräteangabe Langzeitmessungen von bis zu 10 Stunden.
Können auch Laien Infraschall messen?
Mit entsprechend ausgelegten und benutzerfreundlichen Messgeräten können auch Privatpersonen oder Vereine erste Infraschall-Messungen durchführen und Messwerte dokumentieren. Eine fachgerechte Interpretation kann jedoch zusätzliche Kenntnisse erfordern. Bei komplexen Messsituationen sowie bei behördlichen, rechtlichen oder gutachterlichen Fragestellungen sollte deshalb ein qualifizierter Sachverständiger hinzugezogen werden.
11. Quellen und weiterführende Informationen
Umweltbundesamt: Infraschall einfach erklärt – Grundlagen, Wahrnehmung, Quellen und aktueller Forschungsstand.
Umweltbundesamt – Infraschall einfach erklärt
Umweltbundesamt: Tieffrequente Geräusche – Informationen zu natürlichen und technischen Quellen, Wahrnehmung und Forschung.
Umweltbundesamt – Tieffrequente Geräusche
Umweltbundesamt: Ergebnisse einer Laborstudie zu Infraschall um beziehungsweise unterhalb der Wahrnehmungsschwelle.
Umweltbundesamt – Infraschall und Wahrnehmungsschwelle
Unser Infraschall Mess- und Analysegerät CM SONIC
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